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Folter und Trauma

Folter
Was ist Folter?


»Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.«

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 5


Folter wird in der UN-Konvention gegen die Folter und andere grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlungwie folgt definiert:


»Unter Folter im Sinne dieser Erklärung ist jede Handlung zu verstehen, durch die eine Person von einem Träger staatlicher Gewalt oder auf dessen Veranlassung hin vorsätzlich starke körperliche oder geistig-seelische Schmerzen oder Leiden zugefügt werden, um von ihr oder einem Dritten eine Aussage oder ein Geständnis zu erzwingen, sie zu bestrafen oder sie oder andere Personen einzuschüchtern. Nicht darunter fallen Schmerzen oder Leiden, die sich lediglich in einem mit den Mindestgrundsätzen für die Behandlung von Gefangenen zu vereinbarenden Maß aus gesetzlich zulässigen Zwangsmaßnahmen ergeben, diesen anhaften oder als deren Nebenwirkungen auftreten.«
 


Zweck und Ziel der Folter
 
Das Ziel der Folter ist es, ihr Opfer in eine Situation extremer Ohnmacht und größten Schmerzes zu bringen. Das Erhalten einer Aussage ist bloß vordergründiges Ziel der Folterungen. Bei Geständnissen unter Folter handelt es sich um mehr als um die Preisgabe von Informationen und den Verrat von Menschen: Zu gestehen beinhaltet, den Folterer als Herrscher anzuerkennen. Im Geständnis bricht der letzte Widerstand des Gefangenen, wird das letzte ihm noch Eigene entfremdet. Unter der Folter nicht zu sprechen ist die letzte Möglichkeit, die eigenen Grenzen und die eigene Identität zu wahren.


Die Folterer versuchen gezielt, diesen Widerstand zu brechen, um damit das Erleben von Identität zu zerstören. Deshalb geht die totale Demütigung und Zerstörung der Person auch dann weiter, wenn die angeblich gesuchten Informationen von ihr längst gegeben wurden. Folter ist ein Angriff auf die grundlegenden menschlichen psychischen und sozialen Funktionen. Die Zufügung von Schmerz hat den Zweck, letztendlich die Persönlichkeit des Opfers zu zerstören. Folter soll das Empfinden ihres Opfers, Teil einer menschlichen Gemeinschaft zu sein, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft zu haben, vernichten.

Die Destruktion der Persönlichkeit des Opfers betrifft auch jene, die mit ihm zusammen leben. Indem Beziehungen des Folterüberlebenden zu seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen nachhaltig gestört werden, wird sein soziales Umfeld in Mitleidenschaft gezogen. So kann Folter den Zusammenhalt von Familien und ganzen Gemeinden beschädigen.

Die Folterer
 
In vielen Staaten, in denen gefoltert wird, existieren Ausbildungssysteme, die Menschen in die Lage versetzen sollen, andere zu foltern. Ihre Schüler sind überwiegend junge Männer, immer mehr auch Frauen. Die Ausbildung in militärischen Elite-Einheiten bildet in der Regel die Grundlage für die Ausbildung zum Folterer: Die Ausbildung zur Folter stellt eine Intensivierung der Ausbildung in diesen Spezialeinheiten dar; ihre Grundprinzipien lassen sich bis in den normalen Wehrdienst verfolgen. Die Ausbildung beginnt meist im Jugendalter. Während der Grundausbildung ist jeder einzelne extremen Schikanen, Schlägen u.a. traumatisierenden Gewalterfahrungen ausgesetzt.


Gleichzeitig wird über den Gruppenmythos eine Entindividualisierung erreicht. Absoluter Gehorsam gegenüber dem Vorgesetzten und der Organisation wird durch das Ausführen-Müssen sinnloser Befehle trainiert, eine sukzessive Gewöhnung an und Einübung von Grausamkeiten findet statt, Verweigerung wird brutal bestraft, erwünschtes Folter-Verhalten wird belohnt. Der Gegner wird als minderwertig und bösartig dargestellt, um die Gewalt gegen ihn zu rechtfertigen.




Traumatisierung

Traumatisierte Patienten

 
Jährlich werden im bzfo rund 500 Menschen untersucht und/oder behandelt. Die Patienten haben in der Regel lange Perioden der Verfolgung, wiederholte Folterungen oder Kriegstraumata erlebt. Sie leiden z.B. an chronischen Schmerzzuständen, unkontrollierbaren Erinnerungen, Schlafstörungen mit Alpträumen, psychosomatischen Beschwerden, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie schweren Depressionen.


Komplexe chronische Langzeitfolgen und ein vielschichtiger Symptomkomplex mit physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen sind häufig. Typische Diagnosen sind Posttraumatische Belastungsstörungen und Andauernde Persönlichkeitsänderungen nach Extrembelastung. Die Erfahrung der Pathologisierung und Entpolitisierung der Traumafolgen vergrößert den Leidensdruck.

Traumatisches Ereignis
 
Ein traumatisches Ereignis ist das direkte persönliche Erleben oder Beobachten einer Situation, die mit dem Tod oder seiner Androhung, einer schweren Verletzung oder einer anderen Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit der eigenen oder einer anderen Person zu tun hat. Flucht oder Verteidigung sind in der traumatischen Situation nicht möglich oder führen nicht zu einem Nachlassen der Bedrohung. Die traumatische Situation geht mit intensiver Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen einher, bei Kindern wird verwirrtes oder agitiertes Verhalten beobachtet. Sie bewirkt eine dauerhafte Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und kann zu psychischen Erkrankungen führen.


Posttraumatische Belastungsstörung

 
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist ein Störungsbild, das sich nach dem Erleben oder Beobachten eines traumatischen Ereignisses entwickeln kann. Es umfasst folgende Kernsymptome:


(1) Ein andauerndes Wiedererleben des traumatischen Ereignisses.

Dies zeigt sich in unkontrollierbaren, überflutenden Erinnerungen an das traumatische Ereignis (Bilder, Gedanken, Alpträume, bei Kindern auch Spiele mit traumatischen Inhalten) oder im Handeln oder Fühlen, als ob das traumatische Ereignis sich aktuell wiederhole.

Die Konfrontation mit Reizen, die einen Aspekt des ursprünglichen Traumas symbolisieren oder daran erinnern, ist mit einer intensiven psychischen Belastung und entsprechenden körperlichen Reaktionen verbunden. Zu diesen Reizen gehören beispielsweise Jahrestage, Uniformen, zellenähnliche enge Räume, verhörähnliche Befragungen für politisch Verfolgte oder Sirenengeheul für Kriegs- oder Katastrophenüberlebende.


(2) Ein Bemühen, Situationen oder Reize, die dem ursprünglichen traumatischen Ereignis ähneln oder mit diesem assoziiert sind, zu vermeiden.

Dies äußert sich in einem bewussten Vermeiden von Gedanken, Gesprächen, Aktivitäten, Orten, Menschen oder Situationen, die an traumatische Inhalte erinnern. Manchmal können einzelne Aspekte oder das gesamte traumatische Ereignis, der Zeitraum seines Auftretens oder unmittelbar vorausgehende oder nachfolgende Zeitperioden nicht erinnert werden.

In anderen Situationen, Bewusstseins- und Affektlagen werden Erinnerungen manchmal wieder zugänglich. Häufig besteht ein vermindertes Interesse oder eine verminderte Teilnahme an Aktivitäten, die früher für die Person wichtig waren, ein Gefühl von Entfremdung sich selbst und anderen Menschen gegenüber sowie das Gefühl einer eingeschränkten Zukunft.


(3) Eine andauernde Übererregung, die vor dem Trauma nicht bestand.

Sie kann sich ausdrücken in Reizbarkeit oder Wutausbrüchen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, übertriebener Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, Nervosität und erhöhter Schreckhaftigkeit, sowie in begleitenden körperlichen Reaktionen.





Ankündigungen (siehe: Aufrufe und Einladungen)  
  Zur Zeit sind Soldaten der Bundeswehr in folgenden Ländern im Einsatz:

Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Afghanistan, Usbekistan ,Sudan
Horn von Afrika (Djibouti) und vor den Küsten Libanons und Somalias

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Zahlreiche Werbetermine der Bundeswehr findet ihr unter:

www.kehrt-marsch.de

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