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Bundeswehr - Preisausschreiben

Bundeswehr, jugendgerecht

17.06.2010 - BERLIN

 
(www.german-foreign-policy.com) - Mit einem Preisausschreiben forciert die Bundeswehr ihre aggressive Propaganda- und Rekrutierungskampagne gegenüber Jugendlichen ab 14 Jahren. Die Gewinner des "Wissensquiz'" erhalten exklusiven Zugang zu Eliteeinheiten des deutschen Militärs, die auf Anti-Guerilla-Aktionen spezialisiert sind. Unter anderem wird den Jugendlichen eine "Zugriffsoperation" vorgeführt, bei der Fallschirmjäger der "Division Spezielle Operationen" ein von Aufständischen besetztes Gebäude stürmen - Schusswaffen- und Sprengstoffgebrauch inbegriffen. Flankiert werden die Werbemaßnahmen durch den Abschluss von Kooperationsverträgen zwischen Landesregierungen und Militär, die den flächendeckenden Einsatz sogenannter Jugendoffiziere an deutschen Bildungseinrichtungen ermöglichen. Erklärtes Ziel ist es, die Schüler sowohl mit diversen "Bedrohungen" als auch mit "nationalen Interessen" vertraut zu machen. Insbesondere gegen die Indoktrination durch die Jugendoffiziere regt sich inzwischen breiter Widerstand; zahlreiche Schüler- und Elternvertretungen sowie die Lehrergewerkschaft GEW fordern eine "Schule ohne Bundeswehr".

Gebirgsjäger-Bergtour
Die Abteilung "Jugendmarketing" der Bundeswehr fordert Schüler erneut zur Teilnahme an einem seit mehr als 30 Jahren erprobten "Wissensquiz" über das deutsche Militär auf. Die tausend zu vergebenden Preise könnten "sich sehen lassen", heißt es; zu gewinnen sind unter anderem eine "Sardinienreise mit der Luftwaffe" und eine "Bergtour bei den Gebirgsjägern". Wie die Rekrutierungsexperten weiter mitteilen, rechnen sie auch dieses Mal wieder mit der regen Beteiligung ganzer Schulklassen: "Jedes Jahr aufs Neue schicken viele Zehntausend ihre Antwortkarte mit dem Lösungswort zurück."[1]
 
Anti-Guerilla-Operationen
Einige der Sieger des "Bundeswehr-Preisausschreibens 2009" haben unterdessen ihre Gewinne in Empfang genommen. Dazu zählte auch die Demonstration einer "Zugriffsoperation" durch Angehörige des in Lebach (Saarland) stationierten Fallschirmjägerbataillons 261, das als Teil der "Division Spezielle Operationen" mit Anti-Guerilla-Operationen in Afghanistan befasst ist. Den Streitkräften zufolge konnten sechs Jungen und drei Mädchen im Alter zwischen sechzehn und zwanzig Jahren "erleben", wie Soldaten eine von Aufständischen unterhaltene Sprengstofffabrik stürmen: "Binnen kürzester Zeit nähert sich ein Fahrzeug vom Typ Mungo dem Gebäude, während Sicherungskräfte mit einem sogenannten äußeren Ring das Gelände absperren. Und dann geht alles ganz schnell: Zwei Vier-Mann-Trupps nähern sich dem Gebäude unter gegenseitiger Sicherung. Einer der Soldaten befestigt Sprengstoff an der Tür - ein Knall, die Tür öffnet sich - Schüsse."[2]
 
Das Soldatsein üben
Ein weiterer Preis für die Gewinner des letztjährigen Bundeswehr-"Wissensquiz'" bestand darin, in der Kaserne Fünfeichen (Mecklenburg-Vorpommern) eine Woche lang das "Soldatsein" zu üben. Wie das deutsche Militär mitteilt, erhielt eine gesamte Klasse der Berufsbildenden Schulen in Stade (Niedersachsen) zunächst Uniformen, Truppenverpflegung und persönliche Ausrüstung. Danach trainierten die Schüler in Form eines Geländespiels, wie man einen Fluss "überwindet", indem man sich an einem Seil entlang hangelt. Bestandteil des Programms war auch ein Besuch des Verteidigungsministeriums in Berlin - inklusive einer Führung durch das dortige "Ehrenmal" für die Gefallenen der Bundeswehr. Einer der teilnehmenden Schüler habe davon regelrecht "geschwärmt" und erklärt, er wolle "schon seit seinem zwölften Lebensjahr Soldat werden", so die Streitkräfte.[3]
 
Flächendeckend
Flankiert wird das aggressive Jugendmarketing von zahlreichen Kooperationsabkommen zwischen Landesregierungen und Bundeswehr, die den flächendeckenden Einsatz sogenannter Jugendoffiziere in deutschen Schulen zum Inhalt haben (german-foreign-policy.com berichtete [4]). Nach Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat unlängst auch Bayern eine solche Vereinbarung mit dem Militär getroffen. Ziel sei es, den "Blick" der Jugendlichen für die "Risiken unserer Sicherheit", die "Grundfeste unserer Freiheit" und die "nationalen Interessen" zu "schärfen", heißt es wortgleich in den Verlautbarungen von Kultusministerien und Streitkräften, denen offenkundig eine gemeinsame Sprachregelung zugrunde liegt.[5] Die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen (SPD) verwies eigens darauf, dass Jugendoffiziere speziell "geschult" seien, um die genannten Inhalte "zielgruppengenau und jugendgerecht zu vermitteln".[6] Mit der Ausdehnung der Kooperationsabkommen auf alle Bundesländer wird gerechnet.

Militärfreie Schule
Gegen die Unterrichtsbesuche von Jugendoffizieren und die von ihnen vermittelte Militärpropaganda regt sich mittlerweile Widerstand. Bereits Anfang Januar sprach sich die Landesschülervertretung Berlin gegen die Präsenz der Bundeswehr in öffentlichen Bildungseinrichtungen aus; wenig später demonstrierten in Freiburg (Baden-Württemberg) rund 1.000 Eltern, Lehrer, Schüler und Studenten unter dem Motto "Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer". Erst unlängst hat der Berliner Bezirkselternausschuss Friedrichshain-Kreuzberg zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft "Militärfreie Schule" aufgerufen. Für Ende dieses Monats kündigt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zudem eine Protestveranstaltung in Frankfurt am Main an: Man werde "nicht tatenlos zusehen", wie an "Universitäten Kriege vorbereitet werden" und an "Schulen das Militär einzieht", erklären die Veranstalter.[7]


 
[1] Das Bundeswehr-Preisausschreiben 2010; https://treff.bundeswehr.de
[2] Hautnah erlebt: Jugendliche bei den Fallschirmjägern; www.deutschesheer.de 02.06.2010
[3] Schüler übten eine Woche lang das Soldatsein; www.deutschesheer.de 05.05.2010
[4] s. dazu Migranten an die Front. Zur Tätigkeit der Jugendoffiziere s. auch Zielgruppengerecht
[5] Vgl. z. B.: Kultusministerium und Bundeswehr schließen Kooperationsvereinbarung. Pressemitteilung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg 04.12.2009. Kultusministerium und Bundeswehr schließen Kooperationsvereinbarung; www.streitkraefteunterstuetzungskommando.bundeswehr.de 25.03.2009
[6] Kritik an Bundeswehr in Schulen; Hessisch-Nassauische Allgemeine 09.04.2010
[7] GEW Studierendengruppe Frankfurt: Stoppt Kriegsforschung an den Hochschulen - Bundeswehr raus aus den Schulen. Aufruf zur Diskussionsveranstaltung am 30.06.2010 in Frankfurt/Main

 
Ankündigungen (siehe: Aufrufe und Einladungen)  
  Zur Zeit sind Soldaten der Bundeswehr in folgenden Ländern im Einsatz:

Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Afghanistan, Usbekistan ,Sudan
Horn von Afrika (Djibouti) und vor den Küsten Libanons und Somalias

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Zahlreiche Werbetermine der Bundeswehr findet ihr unter:

www.kehrt-marsch.de

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