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„Kinderprogramm“

Berliner Zeitung 08.06.2011 / Politik / Seite 6

Kinderkriegsspiele beschäftigen Staatsanwalt

Kaserne Reichenhall: Kinder zielen auf "Klein Mitrovica"
 (DPA/ Rabbatz Bündnis)

Krieg spielen für Kinder in einer Kaserne in Bayern

BAD REICHENHALL - Umstrittene Kriegsspiele für Kinder in einer Bad Reichenhaller Kaserne sind zu einem Fall für den Staatsanwalt und den Wehrbeauftragten des Bundestages geworden. Die Staatsanwaltschaft in Traumstein hat wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und wegen Volksverhetzung Vorermittlungen aufgenommen.

Bei einem Tag der Offenen Tür hatten Kinder vor eineinhalb Wochen unter Anleitung von Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 auf kleine Holzhäuser schießen können. Dafür war eigens eine Stadt mit dem Ortsschild der realen Stadt Mitrovica im Kosovo nachbebaut worden. Auch die Bundeswehr ermittelt. (dpa)

Skandal beim Tag der offenen Tür in Bad Reichenhaller Bundeswehrkaserne

3.Juni 2011 - RABATZ-Bündnis


Kaserne Reichenhall: Kinder mit Gewehren

Kinder an Gewehren am Tag der Offenen Tür der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall. Sie zielen auf die Miniaturstadt “Klein Mitrovica


























Beim Tag der offenen Tür in der Bad Reichenhaller General-Konrad-Kaserne hatte die Bundeswehr als „Kinderprogramm“ das Modell einer offensichtlich durch Krieg zerstörten Stadt aufgebaut. Ruinen und kleine Brandherde bestimmten die Szenerie. Zwei Bundeswehrsoldaten ließen unter einem Tarnnetz Kinder mit Waffennachbauten auf die Miniaturstadt schießen. Die Bundeswehr hatte ein Miniatur-Ortsschild für diese Stadt gebastelt: „Klein-Mitrovica“.

Bundeswehrkaserne Reichenhall verherrlicht Pogrome

Bundeswehrkaserne Reichenhall verherrlicht Pogrome

Die im Kosovo gelegene Stadt Mitrovica erlangte traurige Berühmtheit, als dort 1999 trotz Anwesenheit der KFOR albanische Nationalisten das gesamte Roma-Viertel des Ortes plünderten und zerstörten. Mehrere tausend Häuser wurden dabei zerstört, ca. 8000 Roma wurden aus dem Ort vertrieben¹.

2004 wurden bei Anti-Serbischen Pogrome, die von Mitrovica ausgingen, viele Häuser und Einrichtungen der serbischen Bevölkerung zerstört, im ganzen Kosovo gab es viele Tote und hunderte zerstörte Häuser².

Im Zuge der Besatzung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg waren in Mitrovica ab April 1943 Truppen der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, der auch die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger angehörten, stationiert³. Die Vorgängerorganisation der heutigen (Bundeswehr)Gebirgstruppe war dort zur „Partisanenbekämpfung“ eingesetzt. Als Teil der Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands waren die Gebirgsjäger an zahlreichen Massakern und Kriegsverbrechen, bspw. auf Kefalonia und auf Kreta beteiligt.

Erst vorletzte Woche hatte das RABATZ-Bündnis mit einer Demonstration auf die ungebrochene Verherrlichung der Wehrmacht durch die Bundeswehr und weite Teile der Reichenhaller Bevölkerung aufmerksam gemacht. Die Antifaschist_innen kritisierten dabei v.a. das sog. „Kretagedenken“, bei dem der deutsche Angriffskrieg gegen Kreta verherrlicht wird.

Dazu erklärt Anna Jade (Sprecherin des RABATZ-Bündnis):

„Die Bundeswehr versucht, schon kleinen Kindern Spaß an Waffen und militärischer Gewalt zu vermitteln. Kindern im Rahmen des Kinderprogramms Waffen in die Hand zu geben und sie auf eine Miniaturstadt schießen zu lassen, ist ein unfassbarer Skandal. Die Bundeswehr hat die Miniaturstadt „Mitrovica“ genannt. Sie verherrlicht damit im Kinderprogramm Pogrome. Dies ist eine widerwärtige Verhöhnung der Opfer.

Wir haben in letzter Zeit mehrfach auf die Verherrlichung von Kriegsverbrechen in Bad Reichenhall aufmerksam gemacht. Durch den neuen Skandal sehen wir uns darin bestätigt, antimilitaristisch und antifaschistisch zu intervenieren. Wir fordern:

  • die sofortige Schließung der nach dem Wehrmachts-General Rudolf Konrad benannten General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall
  • eine kritische Aufarbeitung der Geschichte Bad Reichenhalls und ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
  • die sofortige Beendigung der Verherrlichung des Nationalsozialismus, der Wehrmacht und der Gebirgstruppe
  • die sofortige Entschädigung der Opfer der nationalsozialistischen Gebirgstruppen und ihrer Angehörigen
  • ein dauerhaftes Bleiberecht für alle Menschen, die aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen sind, anstatt der Bagatellisierung der antiserbischen und antiziganistischen Pogrome
  • die sofortige Beendigung von militaristischen Werbeaktionen der Bundeswehr, insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen
  • den sofortigen Rücktritt der für den Tag der offenen Tür verantwortlichen Personen der Bundeswehr.“

¹ vgl. Bericht auf der Homepage des UNHCR
² Spiegel Online vom 22.3.2004 ; vgl. Chronologie der Süddeutschen Zeitung vom 15.2.2008.
³ vgl. Meyer, Hermann Frank: Blutiges Edelweiß – Die 1.Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg; Berlin 2008; S. 110ff.



Kinder an Waffen kein Einzelfall bei der Gebirgstruppe

Kinder an Gewehren in der Karfreitkaserne Brannenburg
Brannenburg 2009

7.Juni 2011



 

RABATZ: „militaristische Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen ist kein Einzelfall“

- Fotos zeigen: Kinder hatten bereits 2009 Zugang zu realistisch anmutenden Waffen (beim Tag der offenen Tür in Brannenburger Kaserne am 11.07.2009)

- Fotos zeigen: Kind an Panzerabwehrwaffe (beim Tag der offenen Tür der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall am 28.5.2011)

- Aufgetauchtes Video zeigt Kinder mit Handfeuerwaffen an Bundeswehrstand (beim Tag der offenen Tür der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall)
- RABATZ-Bündnis fordert Auflösung der Gebirgstruppe

Mit ihrem Tag der offenen Tür haben die Reichenhaller Gebirgsjäger einen bundesweiten Skandal ausgelöst. Nun zeigen neue Bilder, dass der aktuelle Skandal kein Einzelfall ist. Auf ihnen ist zu sehen, wie ein Kind an einem schweren Geschütz liegt. Schon damals ließen Bundeswehr-Gebirgspioniere Kinder mit Waffen spielen.

Ein mittlerweile im Internet kursierendes Video vom Tag der offenen Tür in der Kaserne in Bad Reichenhall zeigt ebenfalls, wie dort Kindern Zugang zu verschieden Waffentypen ermöglicht wurde. (http://www.youtube.com/watch?v=sVyTHudk3rA)

Das RABATZ-Bündnis spricht der Bundeswehr die Kompetenz im Umgang mit Heranwachsenden ab und fordert daher ein Ende der Kooperation von Schulen mit der Bundeswehr, sowie die grundsätzliche Beendigung von Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Dazu erklärt Anna Jade, Sprecherin der RABATZ-Bündnis:

„Es ist im Sinne einer Erziehung zu Demokratie und Gewaltfreiheit vollkommen unverantwortlich, dass die Bundeswehr Lehreinheiten an Schulen gestalten darf. Die Kooperationsvereinbarungen zwischen Kultusministerien einzelner Länder und der Bundeswehr müssen deshalb aufgehoben werden.Das Militär muss einen Platzverweis für Schulhöfe erhalten.“

In der aktuellen Debatte verweist die Bundeswehr darauf, dass Kinder in ihren den Kasernen prinzipiell nicht mit Waffen in Kontakt kommen sollen. Das RABATZ-Bündnis bekräftigt, dass sich diese Behauptung mit dem Auftauchen neuer Bilder nicht aufrecht erhalten lässt. Militaristische und kriegsverherrlichende Einstellungen prägen die Gebirgstruppe ganz grundsätzlich. Dies zeigt sich z.B. an der Benennung der Bad Reichenhaller Kaserne nach dem Wehrmachtsgeneral Rudolf Konrad oder an der Verklärung des deutschen Überfalls auf Kreta. Vor einigen Wochen beteiligten sich Bad Reichenhaller Gebirgsjäger an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestags der deutschen Invasion auf Kreta. Reichenhaller Gebirgsjäger waren dort in Kriegsverbrechen, wie z.B. die Ermordung von 148 Einwohner der Ortschaft Skines, verwickelt.

Anna Jade:

„Ob Kinder an Gewehren, ekelerregende Mutproben mit rohen Innereien, Leichenschändungen oder NS-verherrlichende Gedenkpolitik – die  Gebirgstruppe produziert einen Skandal nach dem anderen. Es wäre  besser, sie würde vollständig aufgelöst.“



Bad Reichenhall 2011


Ankündigungen (siehe: Aufrufe und Einladungen)  
  Zur Zeit sind Soldaten der Bundeswehr in folgenden Ländern im Einsatz:

Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Afghanistan, Usbekistan ,Sudan
Horn von Afrika (Djibouti) und vor den Küsten Libanons und Somalias

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Zahlreiche Werbetermine der Bundeswehr findet ihr unter:

www.kehrt-marsch.de

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